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Trauercafé

 

Trauernde brauchen Menschen, die für sie da sind, wenn sie reden möchten, Menschen, die für sie da sind, wenn sie weinen möchten, Menschen, die für sie da sind, wenn sie allein sein möchten. Sie brauchen Menschen, die für sie da sind, wenn ihnen alles über den Kopf wächst. Diese Menschen können sie in der Familie, in Freunden, Nachbarn und Bekannten oder auch in unserem Trauercafé „Lichtblick“ und in unseren Trauerbegleitern finden.

 

Im Trauercafè treffen Sie auf Menschen mit ihren individuellen Erlebnissen mit Sterben und Tod. Sie haben hier die Möglichkeit, in einer geschützten Atmosphäre, in offenen Gesprächen Ihre Gefühle zu äußern, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven für Ihr Leben zu entdecken.

 

Unser Trauercafé findet jeden ersten Montag im Monat von 17.00 bis 19.00 Uhr in den Räumen des Hospizvereins statt.

 austreibende Äste

 

Wem die Trauergruppe nicht helfen kann oder wer noch Berührungsängste im Umgang mit anderen Menschen hat, für den gibt es die Möglichkeit, telefonisch Einzelgespräche zu vereinbaren. Sie werden von ausgebildeten Trauerbegleitern geführt und individuell auf Bedürfnisse der Hinterbliebenen/ Trauernden abgestimmt. Wenn Sie Fragen haben, sich für unsere Gruppe oder ein Einzelgespräch anmelden möchten, können Sie uns unter folgender Telefonnummer erreichen: Oberhavel Hospiz 03301/ 20 74 45

 

PDFDatei zum Downloaden:

 

Nachfolgend ein Erfahrungsbericht einer Trauernden aus dem Trauercafé „Lichtblick“:

 

Meine persönliche Trauerarbeit nach dem Tod meines Mannes

"Kaum einer mag sich mit dem Thema TOD auseinandersetzen. Tod bedeutet immer Verlust und Schmerzen. Man muss sich von einem geliebten Menschen verabschieden und das ist sehr schlimm für jeden Betroffenen. Trauer wird von jedem Hinterbliebenen unterschiedlich erlebt.

 

Mein Mann litt viele Jahre (9 Jahre) an einem unheilbaren Krebs. Wir nutzten die gemeinsame Zeit, die uns blieb sehr sinnvoll. Wir wollten das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren: die Zeit zu nutzen und auszukosten, damit wir etwas Trost hatten, wenn der Abschied da ist.

 

Eines Tages musste ich mit meinen Kindern Abschied nehmen. Wir wussten, es würde kommen und immer ist es noch zu früh. Ich weiß, dass der Tod zum Leben gehört, aber ihn so zu erleben, tut verdammt weh. Er hinterlässt Ratlosigkeit und Einsamkeit. Für meinen Mann war es eine Erlösung. Er starb zu Haus im Kreis der Familie und das war sein Wunsch. Mein Leben schien für eine Zeit die Mitte verloren zu haben. Ich war froh, dass meine Kinder immer für mich da waren, denn das gibt Halt und Kraft.

 

Nach dem Tod bäumten sich meine Gefühle besonders auf. Sie zogen noch einmal alles zusammen, was wir erlebten - Momente der Liebe, des Streits, des stillen Miteinanderseins, des Glücks und der Not. Die Gefühle erinnern sich: die gemeinsame Zeit eines gemeinsamen Lebens verdichten sich in wenigen Augenblicken.

 

Ich war 48 Jahre verheiratet, so kann ich sagen, mein Mann war zu Lebzeiten ein Teil von mir und wird es über den Tod hinaus bleiben. Die richtige Trauer setzte erst ein, als alle Formalitäten erledigt waren. Für mich war ganz wichtig, die Kontakte außerhalb der Familie zu pflegen und offen über den Tod zu sprechen und nicht allein in einem Kämmerlein zu sitzen. Ich habe mich in neue Aufgaben gestürzt, die vorher fremd für mich waren -z. B. einen PC- Kurs, einen Englisch-Kurs - heute bin ich stolz, das geschafft zu haben. Meine Familie steht mir immer zur Seite.

 

Zum Schluss möchte ich sagen, jeder Mensch trauert auf seine ganz eigene Art und Weise und die sollte möglichst nicht unterdrückt werden, im Idealfall innerhalb der Familie gelebt werden. Man sollte sich auch nicht der Tränen schämen, denn es ist eine Erleichterung und tut gut. Auch das Lachen darf nicht verloren gehen. Noch ein kleines Zitat von W. v. Humboldt: „Ohne innere Ruhe ist kein Glück denkbar"

Edelgard Franke.

 

Klatschmohn